Freitag, 8. Juni 2018

Petitions-Start für ein flächendeckendes Recycling von Plastik

Die Grünliberalen Basel-Stadt und die Jungen Grünliberalen beider Basel werden am Samstag in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling starten. Die Petition, welche in Basel-Stadt und in Riehen eingereicht werden soll, ist eine Reaktion auf den nach wie vor hängigen Anzug 14.5239 von glp-Parteipräsidentin Katja Christ. Mithilfe der Petition soll es im Kanton Basel-Stadt nun endlich vorwärts gehen in Sachen Recycling von Plastikabfällen.

Mit der Petition wird ein flächendeckendes Sammel- und Verwertungssystem (Recycling) von sämtlichen Kunststoffabfällen sowie Getränkekartons aus Haushalten gefordert. Dabei sollen Sammelsäcke am Strassenrand abgeholt oder zusammen mit den Kehrichtsäcken durch Sammelfahrzeuge mit getrennten Kompartimenten gesammelt werden. Auch eine Sammlung in Unterflursammelstellen ist denkbar.In Zeiten knapper werdender Ressourcen entwickelt sich die Kreislaufwirtschaft zu einer tragenden Säule der Rohstoffversorgung und des Klimaschutzes. Das Recycling von Plastik leistet einen wichtigen Beitrag zur
Senkung des Ressourcen- und Energieverbrauchs sowie zur Verringerung von Schadstoffemissionen in Luft.


Aus Umweltsicht sollten Kunststoffe separat gesammelt und wenn immer möglich verwertet werden. Selbiges gilt für Getränkekartons, welche mit derselben Logistik mit gesammelt und rezykliert werden können. Mit einer flächendeckenden Einführung der vielerorts bereits erfolgreich etablierten Kunststoffsammlung könnte der Ausstoss an Treibhausgasen gemäss der vor Kurzem publizierten KuRVe Studie in der Schweiz um bis zu 270’000 Tonnen CO2eq reduziert werden. Die Resultate der KuRVe Studie zeigen, dass die Ökoeffizienz von Kunststoffsammlungen im Vergleich zu anderen Sammel Fraktionen nicht sehr hoch ist. Anders sieht es jedoch bei der erwarteten Umweltwirkung (Effektivität) aus. Diese ist trotz geringerer Ökoeffizienz insgesamt etwa gleich gross wie bei den bestehenden separaten Kunststoffsammlungen. Dies, weil mit einer Gemischtsammlung ein Vielfaches an Materialmenge in den Kreislauf zurückgeführt werden kann.


Gemischt gesammelte Kunststoffe lassen sich heute maschinell in die einzelnen Sorten fraktionieren. Bis zu 67% der gesammelten Materialien können danach stofflich verwertet werden. Weil es sehr viele verschiedene Kunststoffsorten gibt, welche sich von Auge kaum unterscheiden lassen, ist eine Sortierung durch die Bevölkerung nicht möglich. Wer Abfälle produziert, soll auch dafür bezahlen. Mit einer Sackgebühr steht eine verursachergerechte Variante zur Verfügung. Der Vorteil dieser Gebühr ist, dass sie einen Anreiz schafft, weniger Abfälle zu produzieren und somit langfristig das Konsumverhalten zu beeinflussen.