Donnerstag, 9. August 2018

Aktuelle Situation der Messe Basel

Die Positionen der Grünliberalen Basel-Stadt zur aktuellen Situation der MCH Group und zur Messe Basel:

Grundsätzlich sind wir aus liberaler Sicht der Meinung, dass das Messegeschäft resp. das Anbieten von Live Marketing Lösungen, insbesondere auf internationaler Ebene, keine Aufgabe des Staates ist! Wir stellen fest, dass ein Interessenskonflikt zwischen der Gewinnorientierung der MCH Group und dem Ziel, wichtige Messen am Standort Basel zu halten besteht. Diese beiden Interessen können sich entgegenstehen! Wir anerkennen aber auch, dass die erfolgreiche Weiterentwicklung der MCH Group eine internationale Ausrichtung notwendig macht resp. die Zukunft der Messe nicht (alleine) in Basel liegt.

 

Wir stellen fest, dass eine kantonale Beteiligung an der MCH Group auch grosse finanzielle Gefahren für den Steuerzahler bedeuten und gegenüber einem erwarteten wirtschaftlichen Gewinn abzuwägen sind. Wir stellen deshalb die Frage, ob der Kanton der richtige Eigentümer für diesen international ausgerichteten Konzern ist. Wir anerkennen im Gegenzug auch die grosse wirtschaftliche Bedeutung der Messe für den Standort Basel, sodass ein allfälliger Wegfall des Messegeschäfts wirtschaftlich einschneidend sein und somit zu einer Staatsaufgabe werden könnte. Der Kanton muss sich demnach für innovative und zukunftsgerichtete Lösungen bei der Weiterentwicklung der Messen einsetzen, weil eine Weiterentwicklung der aktuell „physischen Messen“ im Zeitalter der Digitalisierung unumgänglich ist. Insbesondere soll der Kanton sich auf das Bereitstellen guter Rahmenbedingung und damit eines im Vergleich wettbewerbsfähigen Standorts für diese Branche fokussieren. Ob der Kanton dafür eine Aktienbeteiligung braucht sei zu prüfen.

 


Wir erwarten vom Verwaltungsrat

 

- dass er eine Strategie entwickelt, die den Wert des Konzerns steigert und den Standort Basel langfristig absichert, ohne dass das internationale Geschäft den Betrieb der Messen in Basel subventioniert.

 

- dass er die Chancen und Risiken der internationalen Ausrichtung aufzeigt und darlegt wie diese Risiken in einem für den Kanton vertretbarem Rahmen gehalten werden.

 

- dass er Alternativen zur aktuellen Konzernstruktur aufzeigt und insbesondere eine Auftrennung des Konzerns in eine Einheit für das schweizerische und eine für das Internationale Geschäft prüft, so dass sich der Kanton ggf. aus dem internationalen Teil des Konzerns zurückziehen könnte.

 

- dass er in den nächsten 1-2 Jahren das gesamte Gremium personell erneuert und dieses mit erfahrenen Fachleuten besetzt.

 

 

Wir erwarten vom Regierungsrat

 

- dass er darlegt, weshalb der Kanton an einem immer stärker international ausgerichteten Konzern massgeblich beteiligt ist.

 

- dass er die Risiken der internationalen Strategie aus Sicht Kanton aufzeigt und darlegt wie er diese zeitnah zu begrenzen denkt.

 

- dass er in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat prüft, wie das schweizerische Geschäft der Messe vom internationalen getrennt werden kann.

 

- dass er aufzeigt, wie die Rahmenbedingungen für die Messe in Basel verbessert werden können.

 

- dass die Mitglieder ihre Mandate gestaffelt über die nächsten 1-2 Jahren abgeben und so den Weg frei machen, dass das gesamte Gremium personell erneuert und mit erfahrenen Fachleuten besetzt werden kann.

 

- dass er zur Vermeidung von Interessenskonflikten die beiden Regierungsräte umgehend aus dem Verwaltungsrat zurückzieht.

 

- dass er aufzeigt, wie der Kanton sich mittelfristig aus der Beteiligung an der MHC Group zurückziehen könnte ohne den Messestandort Basel zu gefährden.